Nicht überall auf der Welt wird der deutsche Führerschein anerkannt. Vor allem in außereuropäischen Ländern braucht man häufig einen Internationalen Führerschein. Auch für einige Staaten in Europa raten das Auswärtige Amt und Automobilclubs, das Zusatzdokument dabei zu haben. Zusatz deswegen, weil der Internationale Führerschein im Grund genommen nur eine amtliche Übersetzung des nationalen Führerscheins ist und nur in Verbindung mit diesem anerkannt wird. Er erleichtert der Polizei und Mietwagenfirmen die Überprüfung, ob die Person berechtigt ist, ein Auto oder Motorrad zu fahren.

Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen sowie in der Schweiz ist der Internationale Führerschein nicht nötig. Nach der EU-Führerscheinrichtlinie 91/439/EWG darf weder der neue Führerschein im Scheckkartenformat noch eine Übersetzung verlangt werden, selbst der uralte graue Lappen gilt in allen Ländern.

Apropos EU-Führerschein: Er ist generell Voraussetzung, um einen Internationalen Führerschein zu beantragen, mit den alten grauen oder rosafarbenen Papieren geht das nicht. Achtung, wenn Sie einen Führerschein der alten Klasse 3 umschreiben lassen: Achten Sie darauf, dass Sie die entsprechenden Klassen (C1, C1E und CE mit der Schlüsselzahl 79) zusätzlich zur Klasse B eingetragen bekommen. Ist das nicht der Fall, dann gilt die Fahrerlaubnis nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen – und das kann beim Mieten eines Wohnmobils, zum Beispiel in den USA, zu Komplikationen führen.

In den USA ist das Fahrerlaubnisrecht Sache der Bundesstaaten. So müssen in Florida Fahrer ohne US-Führerschein seit 2013 offiziell einen Internationalen Führerschein haben. Allerdings soll das Gesetz keine Anwendung finden. Nach Kenntnis des Generalkonsulats in Florida richten sich Mietwagenfirmen und Polizeibehörden auch nicht nach der neuen Vorschrift. Dennoch kann das Generalkonsulat nicht ausschließen, dass in Einzelfällen die Vorlage eines Internationalen Führerscheins gefordert wird.

Beantragen kann man den Internationalen Führerschein bei der örtlichen Führerscheinstelle und den Straßenverkehrsämtern. Er kostet zwischen 15 und 20 Euro. Mitzubringen sind neben dem nationalen Führerschein ein biometrisches Passbild und ein Ausweis.

Wer bereits den EU-Führerschein im Kartenformat hat, der bekommt den Internationalen Führerschein sofort ausgestellt. Alle anderen müssen bis zu sechs Wochen warten, weil sie erst einen neuen EU-Führerschein beantragen müssen. Der kostet zusätzlich 24 Euro. Gültig ist das international anerkannte Dokument drei Jahre lang.

  • kloeppy

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